Yaqin Destiny 300B MK2 (Yaqin MS-500B), Eine Ode an die akustische Tristesse (1)
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23.02.2012. - 08:30

Yaqin Destiny 300B MK2 (Yaqin MS-500B)


Eine Ode an die akustische Tristesse (1)

28.11.2011


Röhrenverstärker 300B von Yaqin

[update] 1.12.2011: Bei der Namensgebung ist mir ein Fehler unterlaufen. Es gibt keinen Yaqin 300B MK2. Die Bezeichnung 300B MK2 ist die Bezeichnung, des deutschen Vertriebes Destiny Audio. In Kanada und den USA wird dieses Gerät von Grant Fidelity unter der Bezeichnung A-534 vertrieben. Im französischen Sprachraum und in einigen fernöstlichen Ländern wird dieser Verstärker von Yaqin selber unter der Bezeichnung MS-500B angeboten. Laut Yaqin-Homepage findet sich das Gerät nicht im Vertriebsprogramm von Yaqin! Das es sich trotzdem um einen Yaqin handelt, zeigt das Innenleben. So baut und verkabelt nur Yaqin.
Ich bitte den Fehler zu entschuldigen.


Wenn Young the Giant oder Joe Bonamaasa innerhalb von wenigen Sekunden nur noch nerven, dann hat das kaum etwas mit der Musik zu tun, sondern es läuft etwas schief. Wenn dann auch noch Louis »Satchmo« Armstrong keine dicken Backen mehr macht und ihm die Puste ausgeht, dann ist da wirklich etwas nicht in Ordnung. Und wenn selbst die Wuchtbrumme Montserrat Caballé wie ein ängstliches Mäuschen klingt, dann läuft irgend etwas gewaltig schief.

Jaja, ist ja gut. Young the Giant oder Mister Bonamassa sind nicht unbedingt des HighEnd liebstes Kind und Frau Caballé wird auch ungerne probegehört. Aber ich mag solche Sachen hin und wieder. Man könnte auch Roger Waters Berliner Live Act »The Wall« nehmen und da ganz besonders das Stück »comfortably numbs« mit van Morrison. Wenn das auch keinen Spass mehr macht, dann ist was ganz oberfaul am Triodengitter.

Auf der Bühne steht diesmal ein Röhrenverstärker von Yaqin (Destiny steht zwar drauf, ist aber trotzdem Yaqin, weil - geändert wurde nix - nada - nothing! Deshalb steht oben auch Yaqin.) und man gibt uns die 300B in Single-Ended. Das ganze Ensemble hört in Deutschland auf den Namen 300B MK2. Das Label ist sowas von egal, nicht aber das Schaltungskonzept welches man so nicht so häufig sieht. Triodentreiber, in sämtlichen Variationen, sind ja »state of the art«, seit es äquivalente 310A-Pentoden kaum noch zu vernünftigen Preisen gibt. Wer schon einmal eine richtige, also die Ur-Schaltung von Western Electric, 300B-Single-Ended gehört hat, der kommt davon nicht mehr los. Erste Vermutung: Yaqin will mit diesem Verstärker den Geist des WE91-Verstärkers wiederbeleben, denn in einem Single-Ended Triodenverstärker gehört vorne nun einmal eine Pentode und nix anderes. Alles andere, machen Sie doch mit mir was Sie wollen, ist indiskutabel (Obwohl… Ich kenne zwei, drei Verstärker die vorne Trioden verbaut haben und trotzdem gut klingen). Zweite Vermutung nachdem ich diesen Eintakter gehört habe: Yaqin hats versaut.

Die Akteure in diesem Verstärker sind (je Kanal) eine 300B, eine EL34 und eine niedliche 12AX7. Irgendwo mittendrin eine Gleichrichterröhre vom Schlage 274 (ist allerdings chinesischer Nachbau und hört auf die Bezeichnung 5Z3P-A). Dazu ein Kampfgewicht von gefühlten eintausend Kilogramm. Da erwartet man doch schon einiges. Klanglich… siehe oben! Wie gewollt und nicht gekonnt. Man sieht Montserrat Caballé und hört ein abgemagertes Modepüppchen mit Piepsstimme. Wo bitteschön ist Louis' Reibeisen-Timbre hin? Wo sind die Emotionen, die eine gut abgestimmte 300B-Single-Ended verursachen kann? Hier ist nichts davon da. Cool, cooler, am coolsten. Emotionen? Futschikato! Geklaut! Stattdessen deprimierende Tristesse. Aber Krach machen tut das Ding...

Gut, ich muss zugeben, dass ich mich auf die neuen akustischen Gegebenheiten erst einmal gewöhnen muss (Sie wissen schon  Neues Haus, neue Räumlichkeiten, neue Raumakustik und neue Nachbarn ). Aber so etwas? Vielleicht liegts ja an der Lautsprecheraufstellung? Also die Lautsprecher mal ein bisschen hin und her geschoben (was bei mannshohen Nubert-Lautsprechern ja auch nicht mal eben so passiert). Nach fünf Stunden war ich mit meinem Latein am Ende und der Klang auch nicht besser. Raummoden sind eine Sache, wenn's aber generell hapert, hilft selbst die beste Raumakustik nicht mehr. Und nein, an der Steckdosenleiste liegt es auch nicht. Schluss mit dem Spuk, Röhren abgezogen und das Teil auf die niegelnagelneue Werkbank gewuchtet und mit meinem neuen Akkubohrer die vielen Schrauben gelöst.



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Letzte Aktualisierung am 02.12.2011 - 13:16
 
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