21.05.2013. - 16:24
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Röhrenverstärker


Auf ein Neues…

28.01.2013




Röhrenverstärker / Tube Amplifier

Na da habe ich ja wieder einmal was angerichtet. Nein, diesmal nicht kulinarisch. Es ging im letzten Editoral ja um die Feststellung, dass Röhrenverstärker sich begierig Unmengen Strom 'reinpfeifen, wenn man eine musikalische Konserve aufwärmt und das man mit jedem auralen Dinner eben auch die erneuerbaren Energien kräftig mitsubventioniert.

Da kam in den letzten Wochen so mancher auf die Idee, statt der geforderten 1,5 Ampere für eine EL-34 nur 0,9 Ampere für eine 6L6GC zu »investieren«. Bei vier Röhren für einen Stereo Push-Pull Röhrenverstärker macht das immerhin gerundet 15 VA »Ersparnis«. Hört sich nach Peanuts an, die Anschaffungskosten der vier Röhren kann sich aber bereits nach einem Jahr amortisiert haben. Hört sich doch gut an, oder?

Wäre da nicht die klitzekleine Kleinigkeit, dass man am Unterbau, sprich der Röhrenverstärkerschaltung, noch etwas drehen muss, damit's auch mit der 6L6GC (oder 5881) richtig klingt. Und dann auch noch der Netztrafo. Wenn dieser nämlich nicht richtig ausgelastet wird, neigt er dazu, zuviel des Guten, sprich Spannung, zu liefern. Oder er treibt anderweitigen Schabernack.

Die Investitionen, damit man überhaupt spart, sind also nicht vertretbar. Also sollte man alles besser so lassen wie es ist. Man kann auf einen Schlag viel mehr Stromkosten sparen, wenn man auf einen Trocknungsvorgang des Wäschetrockners verzichtet oder statt bequem die Spülmaschine anzuwerfen, einmal das Geschirr von Hand spült. Den erhöhten Wasserverbrauch kann man sich vielleicht auch subventionieren lassen indem man dies so begründet, dass damit die Abwasserkanäle wieder gut durchgespült werden. Vielleicht lässt sich ja Ihr Wasserlieferant darauf ein…

Aber nun wieder zurück zu den Röhrenverstärkern und einen kleinen, persönlichen, Rückblick auf das vergangene Jahr. Wie sehr sich z.B. ein guter Netztrafo (nicht nur in einem Röhrenverstärker) auswirken kann, konnte ich in den letzten Wochen ohrennah selbst erleben. Die VR-80 Monoblöcke wurden im vergangenen Jahr reihenweise mit neuen Netztrafos ausgestattet und ich war anfangs schon erstaunt, was alleine diese Umrüstung (neben den allernötigsten Schaltungskorrekturen) bewirken kann.

Auch kamen letztes Jahr vermehrt alte Schätzchen (Röhrenverstärker natürlich) auf den Tisch und man konnte daran sprichwörtlich sehen, wie sich der Kostendruck seit der Wirtschaftskrise auch auf fernöstliche Röhrenverstärker ausgewirkt hat. So finden sich in den alten Sparks oder TAC's noch Bauteile, die über eine gewisse Leistungsreserve verfügten.Heute wird es »knappich« mit solchen Reserven…

Und dann die Platinen. Wenn Platinen eingesetzt wurden, waren das Platinen und kein Reispapier, dazu sogar einigermaßen korrekt layoutet. Kabelbäume, die sich auch so bezeichnen durften, waren festgezurrt mit Unmengen Kabelbinder, exakt verlegt und nicht einen Millimeter zu lang. Heute wird ja selbst für NF ein Kabel verwendet, was als Herdanschlusskabel dienen kann. Das ganze Gedöns irgendwie lieblos dahingerotzt.

Die Röhrenschaltungen an sich hatten auch Hand und Fuss und orientierten sich an historische Vorbilder. Na gut, irgendwo war eigentlich immer der Wurm drin und Überkapazitäten an »krummen« Widerstandswerten wurden so einfach abgebaut. Aber das liess sich doch leicht beheben. Heute kommen Röhrentypen zum Einsatz, von denen man gar nicht wusste, dass diese überhaupt existieren (um das Datenblatt zu lesen, sollte man auch über profunde Fremdsprachenkenntnisse verfügen) und gar nicht so selten werden Verstärkerstufen zusammen gestöpselt, die so eigentlich nie verheiratet werden sollten.

Zu guter Letzt: Verschiedenfarbige Kabel haben auch in Röhrenverstärker ihren Sinn. Ich gebe zu, dass auch ich mich nicht immer exakt an den Empfehlungen halte. Aber das grün-gelbe Kabel war bei mir immer schon für den Schutzleiter reserviert und wird nicht für die Heizungszuleitung, Zuleitung für die Gegenkopplung (!) oder - auch schon gesehen - als Versorgungsleitung für die positive Hochspannung eingesetzt.



In diesem Sinne…
Auf ein Neues!

-Friedrich Hunold-









Letzte Aktualisierung am 04.02.2013 - 10:39

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