Pentodengitter Trübfischröhre
11.03.2010. - 17:42
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Wenn der Röhrenverstärker im 4/4-Takt rockt


Wie es Euch gefällt: HighEnd in Telefonhörer-Qualität und doch lieber richtig?…

12.01.2010




Röhrenverstärker / Tube Amplifier

So, der Rock'n'Roller namens Elvis Aron Presley wäre nun 75 Jahre alt. Wäre. Wäre er nur nicht vorher gestorben. Aber so ein Malheur kommt ja in den besten Häusern vor.

Elvis ist aber nicht nur der Heilsbringer des Rock'n'Roll, er erinnert uns auch an die Hochzeit von Röhrenverstärker die oftmals von HiFi meilenweit entfernt waren. Der Begriff HighEnd war damals noch gar nicht erfunden. Die »Jailhouse Rock«-Verstärker hatten einfach Musik zu machen. Egal ob mittels Röhrenradio, im Wechsel-Plattenspieler integriert oder via Wurlitzer. Einen Dynamik-Anspruch, so wie es heute im Pflichtenheft eines jeden ambitionierten HighEnd-Freaks steht, gab es nicht. Vom Signal-Noise Ratio ganz zu schweigen. Ein Röhrenverstärker aus Elvis' Tagen sollte nur die Hütte rocken und würde übrigens heute keinen Blumentopf mehr gewinnen. Dafür haben sich einfach die Ansprüche geändert und natürlich auch das, was am Röhrenverstärker (egal ob Single-Ended oder Push-Pull) angeschlossen wird.

Was aber nicht heissen soll, dass die damaligen Röhrenverstärker heute per se als schlecht gelten sollen. Grundlegendes gilt auch heute noch und man fährt gut, wenn man sich daran hält. Zumindest ein bisschen. Aber - die störanfällige Hochohmigkeit ist heute genauso verpönt wie Brumm, Klangregler oder kastrierte Bandbreiten. Waren damalige (die besseren) Verstärker auf eine untere Grenzfrequenz von 40Hz ausgelegt, ist 20Hz heute absolute Pflicht. Bei Röhrenverstärker, wohlgemerkt. Beim Selbstbau eines Röhrenverstärkers sollte man daher jede Grenzfrequenz beschneidende Dimensionierung tunlichst vermeiden und so gilt mit Aufkommen des »echten HiFi«, dass jede Verstärkerstufe um einiges »tiefer gelegt« werden muss, als man hinterher ohne Abschwächung erzielen will. Schwachpunkt hier war und ist der Übertrager, der eigentlich nicht gross genug sein kann, um heutige Anforderungen problemlos bewältigen zu können. Und genau da hapert es. Viele Verstärkerschaltungen legen zwar die untere Grenzfrequenz bei fast 10Hz, leisten sich dann aber Übertrager, für die 20Hz ohne Abschwächung und bei maximaler Leistung ein Fremdwort ist. Ähnliche Stilblüten (nebst aufgeblasene Marketing-Worthülsen) gibt es auch in der Röhrenverstärker-Selbstbauszene.

Wer Röhrenverstärker aus Elvis Tagen mag - bitte. Niemand kann zu seinem Glück gezwungen werden. Nicht nur meine Maßstäbe an einen vernünftigen Röhrenverstärker liegen unten bei unter 20Hz und oben im unteren Langwellenbereich. So habe ich die Gewissheit, dass tonformende Obertöne garantiert mit übertragen werden und nicht irgendwo in der Primärwicklung des Übertragers stecken bleiben (mit der Folge, dass sich eine Snare Drum wie irgendeine Kindertrommel anhört). Eine Erkenntnis übrigens, die sich mit dem vermehrten Einsatz der Hammond-Orgel ab den 1960'er Jahren auch im Verstärkerbau durchsetzte. Spätestens seit dem Intro von »Light my fire« von den Doors und »Child in time« von der Musik-Combo Deep Purple wusste (weiss) man, was ein guter Verstärker ist.

Deshalb schwört die wahre HighEnd-Szene, wie zu Elvis Zeiten, ja auch auf (höchstwertige) Plattenspieler, der keine so brutale Frequenz- und Dynamikbeschneidungen eines CD-Players kennt: 20 Kilohertz und Schluss? Was zuerst ein Segen war, hat sich heute als Fluch gewandelt. Die SACD-Alternative dümpelt irgendwo herum und so versuchen einige wenige Interpreten bzw. der Toningenieur, aus der CD das Bestmögliche herauszuholen. Alternative Digital-/ Analogwandler mit einem stark verbesserten, erweiterten, Tiefpassfilter haben deshalb Hochkonjuktur. Übrigens: Man sollte sich einmal den Spass gönnen, die beiden o.g. Titeln einmal von einer guten Vinylpressung und einmal von CD anhören. Wer da die Unterschiede nicht hört, der darf dann gerne auch Übertrager einsetzen, die nur 40Hz bis 16kHz umsetzen können. Als Musikquelle dann konsequenterweise auch MP3, dann machen die 16kHz auch Sinn. Wer Übertrager unten herum beschneidet (weil man angeblich solche tiefen Töne am Lautsprecher nicht mehr hört), sollte konsequenterweise die obere Grenzfrequenz nicht vergessen. Bei 16kHz sind die meissten doch eh taube Nüsse. Irgendwann werden wir nicht mehr wissen, wie sich richtige Cymbals anhören, weil alles, was man nicht hören kann, wegdigitalisiert wurde.

Zurück zum King.
The King is dead. Long lifes »The King«. Wie sich ein Elvis Presley heute anhören könnte, zeigt uns »The King« (ein Postbote aus Great Britain) der musikalisch querbeet rezitiert und auf die Schippe nimmt, dass es eine Pracht ist. Ob AC/DC, Kurt Cubain, Jimi Hendrix(!) oder den anderen Swing-King, Frank Sinatra (sponsored by the Mafia).
Happy Birthday, Elvis!



In diesem Sinne
High-fidele Grüsse

-Friedrich Hunold-









Letzte Aktualisierung am 19.01.2010 - 12:40
 
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